Ueber Uns - Dialoforum Demenz

Das Dialogforum Demenz ist eine interdisziplinäre Initiative, die die Herausforderungen von Demenz in allen Gesellschaftsbereichen verortet. Die zentrale Leitfrage lautet: Was muss sich für demenziell Erkrankte und ihre Angehörigen verändern, damit sie „mitten in der Gesellschaft“ stehen?

Diese Frage diskutieren wir im offenen Dialog mit Experten aus unterschiedlichen Fachbereichen und im engen Austausch mit politischen Entscheidungsträgern. Dabei suchen wir nach optimalen rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und setzen auf eine überfachlich und gesamtgesellschaftlich geführte Debatte, um die vielen Facetten von Demenz berücksichtigen zu können. Bei unseren interaktiven Formaten möchten wir alle Fachbereiche der medizinischen Versorgung, Krankenkassen, Patientenvertreter und Experten der Angehörigenarbeit zusammenbringen, um das Themenfeld Demenz in seiner gesamten Bandbreite zu diskutieren.

Dabei steht die Teilhabe von Demenzpatienten und ihren Angehörigen stets im Mittelpunkt unserer Aktivitäten. Neben Fragen nach einer differenzierten Diagnostik sowie einer adäquaten medizinischen Versorgung und nachhaltiger Forschung spielen Themen wie neue Wohnmodelle, soziale Aktivitäten, Mobilität oder die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf eine zentrale Rolle.

Demenz wird in der gesellschaftlichen Debatte häufig gleichgesetzt mit Defiziten – Dinge die nicht mehr funktionieren, die anders sind, die wir nicht verstehen oder nachvollziehen können. Gleichzeitig geht der Verlust kognitiver Fähigkeiten bei den Betroffenen häufig mit einem Rückzug ins Verborgene einher – aus Angst vor Unverständnis und Ausgrenzung. Um dem zu begegnen, ist es zentrales Anliegen des Dialogforums Demenz, auf die vorhandenen Stärken demenziell Erkrankter und ihrer Angehörigen hinzuweisen und in der Debatte über Demenz ihre gesellschaftliche Leistung hervorzuheben. Das Dialogforum lenkt daher in seinen Aktivitäten den Blick sowohl auf die gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen und Folgen der Volkskrankheit Demenz als auch auf die vorhandenen Fähigkeiten der Patienten und ihrer Angehörigen.

Für eine differenzierte Auseinandersetzung mit der Lebenswirklichkeit demenziell Erkrankter und ihrer Angehörigen müssen viele Facetten betrachtet werden: Wie sieht die optimale medizinische Beratung und Betreuung von Demenzpatienten aus? Welche innovativen Wohnmodelle unterstützen Patienten und Angehörige? Wie lassen sich Pflege und Berufstätigkeit besser miteinander vereinbaren?

Diese und weitere Fragen will das Dialogforum in interaktiven Formaten direkt mit politischen Entscheidungsträgern diskutieren und ihnen die Lebenswelt von demenziell Erkrankten und ihren Angehörigen näherbringen. Neben gesundheits- und pflegepolitischen Themen stehen auch die Bereiche Familie, Arbeit und Soziales, Senioren und Forschung im Fokus der Aktivitäten.

Neben der stärkeren Vernetzung von Experten auf diesen unterschiedlichen Gebieten möchten wir mit den Veranstaltungen des Dialogforums insbesondere den gesellschaftlichen Austausch zum Thema Demenz befördern. Uns geht es darum, möglichst viele unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen, um zu diskutieren, wie demenziell Erkrankte und ihre Angehörigen „mitten in der Gesellschaft“ stehen können.

Für eine gesamtgesellschaftliche und lebensnahe Auseinandersetzung mit Demenz konzentriert sich das Dialogforum mit seinen Aktivitäten auf die folgenden Bereiche:

  1. Gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen
    Den Hauptschwerpunkt der Aktivitäten bildet die Frage nach der Teilhabe von demenziell Erkrankten und ihren Angehörigen. Dem Dialogforum Demenz geht es gerade darum, Wege einer gelungenen Einbindung demenziell Erkrankter und ihrer Angehörigen zu diskutieren und aufzuzeigen, um einem unfreiwilligen Rückzug an den Rand der Gesellschaft entgegenzuwirken. Dabei spielen viele Themen – auch über das Stichwort „Pflege“ hinaus – eine wichtige Rolle, von der Ausgestaltung der Wohnsituation über Mobilität im öffentlichen Raum bis hin zu sozialen Aktivitäten und Freizeitangeboten.
  2. Potentiale einer differenzierten Diagnostik ausschöpfen
    Eine frühzeitige Diagnose der Erkrankung ermöglicht eine längere Planungszeit und eröffnet so mehr Möglichkeiten und Planungsräume für Erkrankte und deren soziales Umfeld. Wichtig ist dabei eine richtige Diagnose – auch der Ausschluss einer Demenzerkrankung kann potentiell Betroffenen helfen, passende Behandlungs- und Unterstützungsangebote zu finden. Ein offenerer Umgang mit der Diagnose Demenz ist ebenfalls bedeutsam, da nur so das nähere Umfeld von demenziell Erkrankten, die medizinische Versorgung und gesellschaftliche Unterstützungsangebote aktiviert werden können.
  3. Vernetzung von Gesundheitsberufen ausbauen
    Demenz betrifft über das Thema „Pflege“ hinaus viele gesundheitsrelevante Bereiche. Eine bessere Vernetzung zwischen den Gesundheitsberufen ist daher unerlässlich, um eine optimale medizinische Versorgung für demenziell Erkrankte zu gewährleisten. Dieses Thema umfasst auch die Schaffung neuer Kooperationsformen über klassische Sektorengrenzen hinweg, da den besonderen Herausforderungen von Demenz nur mit innovativen Lösungen in der Versorgung begegnet werden kann.
  4. Vereinbarkeit von Demenz und Berufsleben erhöhen
    Herausforderungen für die Berufswelt werden durch den demografischen Wandel in den kommenden Jahren weiter anwachsen. Die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege bzw. die Organisation der Versorgung Angehöriger ist daher ein zentrales politisches Handlungsfeld der kommenden Jahre. Auch die Situation demenziell Erkrankter, die noch im Berufsleben stehen, benötigt mehr politische Aufmerksamkeit.

Das Dialogforum Demenz bekennt sich zu den folgenden Grundprinzipien, die von allen Partnern geachtet werden:

  • Inhaltliche Unabhängigkeit: Das Dialogforum Demenz hat sich zum Ziel gesetzt, den gesellschaftlichen Austausch zum Thema Demenz zu befördern und ein besseres Verständnis für die Lebenswelt demenziell Erkrankter und ihrer Angehörigen zu erreichen. Das Dialogforum äußert daher keine Empfehlungen für bestimmte Therapieformen und wirbt weder für einzelne Medikamente noch für bestimmte Medikamentengruppen oder Medizinprodukte.
  • Abstimmungsprozess der Partner: Das Dialogforum Demenz ist eine flexible Kooperationsplattform ohne formale Rechtsform, bei der sich die Partner auf gemeinsame Grundlagen verständigen. Die Partner bringen gleichberechtigt individuelle Schwerpunkte in die Initiative ein und gestalten deren thematische Entwicklung mit.
  • Finanzierung der Initiative: Lilly Deutschland ist sowohl Gründungspartner als auch Finanzierer des Dialogforums Demenz. Kein Partner wird für seine Teilnahme am Dialogforum Demenz vergütet.