Praxiserlebnis bei der DAK-Gesundheit

Am 05.05.2017 besuchten die Bundestagsabgeordneten Marcus Weinberg und Rüdiger Kruse die Zentrale der DAK-Gesundheit in Hamburg. Beim Praxiserlebnis tauschten sich die CDU-Politiker mit Experten von Deutschlands drittgrößter Krankenkasse über digitale Service-Anwendungen für pflegende Angehörige aus. Zum Praxiserlebnis eingeladen hatten Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit, und Eva Walzik, Leiterin des Berliner Büros der DAK-Gesundheit und Partnerin der Initiative Dialogforum Demenz (Informationen zu den Partnern finden Sie hier).

Versorgung von demenziell Erkrankten im häuslichen Umfeld stärken

Der demografische Wandel und die wachsende Zahl an Demenzerkrankungen bringt neue Herausforderungen für Krankenkassen mit sich. Herr Storm betonte beim Praxiserlebnis die wachsende Zahl an Pflegebedürftigen: insgesamt sei durch die Pflegereform im vergangenen Jahr für 300.000 Personen ein erstmaliger Anspruch auf einen Pflegegrad geschaffen worden.

Der große Handlungsbedarf wurde im Gespräch schnell deutlich. „Aus politischer Sicht möchten wir die Versorgung im häuslichen Umfeld stärken, weil es genau das ist, was Angehörige und Betroffene wollen“, erklärte Herr Weinberg, familienpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Damit sich pflegende Angehörige einen Überblick verschaffen können, sind lebensnahe Beratungs- und Informationsangebote von großer Bedeutung. Das gilt besonders für eine beginnende demenzielle Erkrankung, denn hier kommen neben den Fragen zur Pflegesituation noch viele weitere zum richtigen Umgang mit der Erkrankung hinzu.

Wo finde ich qualitätsgesicherte Informationen und passende Beratungsleistungen? Was hat sich durch die Umstellung auf Pflegegrade geändert und wie funktioniert das Antragsverfahren? Was kann ich persönlich dazu beitragen, um die Situation meines bzw. meiner Angehörigen zu verbessern? Und welche Aspekte muss ich bei einer demenziellen Erkrankung besonders beachten?

Antworten mobil und lebensnah bereitstellen

Um pflegende Angehörige zu entlasten und ihnen Antworten auf diese und weitere Fragen bereitzustellen, hat die DAK-Gesundheit digitale Service-Anwendungen entwickelt und dabei die spezifischen Bedürfnisse der Angehörigen berücksichtigt. „Wir haben die Themen auf Basis einer Befragung von Angehörigen ausgewählt und haben mit denen begonnen, die am meisten nachgefragt sind“, erklärte Nicole Cienskowski, die die Entwicklung des DAK-Pflegeguides verantwortet.

Diese kostenlose App für Smartphones und Tablets richtet sich insbesondere an ehrenamtliche Pflegepersonen und umfasst u.a. ein Verzeichnis aller Pflegestützpunkte und einen Rechner für Pflegeleistungen. In einer integrierten Mediathek können kurze Lehrvideos zur häuslichen Pflege abgerufen werden. Und in einem interaktiven Modell können sich Angehörige informieren, wie ein Badezimmer für eine möglichst selbstständige Bewegung von Pflegebedürftigen ausgestattet werden kann. Weitere Inhalte, z.B. Videos zum Umgang mit Demenzpatienten, werden nach und nach ergänzt.

Die Angebote sind nach einer Registrierung frei zugänglich – unabhängig von der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Krankenkasse. „Als potentieller Anwender finde ich eine solche App super, denn sie ermöglicht einen niedrigschwelligen Zugang und bündelt wichtige Informationen“, sagte Herr Weinberg. Herr Storm ergänzte, dass gerade mobile Angebote den veränderten Bedarfen der Versicherten entgegenkommen: „Wir müssen die Menschen dort abholen, wo sie sind.“

Anpassung an die Lebenswirklichkeit der pflegenden Angehörigen

Dazu trägt auch der DAK-Pflegecoach bei, der v.a. Menschen unterstützt, die sich um demenziell erkrankte Angehörige kümmern. Projektleiterin Mara Bruckhoff stellte Ausschnitte aus den beiden Kursen „Grundlagen der häuslichen Pflege“ und „Demenz“ vor, in denen sich Interessierte Wissen zu wichtigen Themen der Pflege und zu demenziellen Erkrankungen aneignen können.

So erfahren die Nutzer Schritt für Schritt, wie sie mit Situationen im Rahmen der Pflege demenziell erkrankter Personen umgehen können. Die Moduleinheiten umfassen neben textbasierten Inhalten und Videos auch interaktive Selbst-Tests, um körperlichen und seelischen Belastungen vorzubeugen. „Ich finde toll, dass sich das Angebot flexibel nach den Bedürfnissen der Pflegenden gestalten lässt, weil sie häufig in einen sehr eng getakteten Alltag eingebunden sind“, sagte Frau Walzik. „Solche Informationen sind enorm wichtig, weil die Angehörigen sehr häufig indirekt von demenziellen Erkrankungen mitbetroffen sind,“ unterstrich DAK-Pflegeexperte Milorad Pajovic.

Gute Angebote ausbauen und in die Fläche bringen

Die Teilnehmer des Praxiserlebnisses waren sich einig, dass gute Informations- und Beratungsangebote weiter ausgebaut werden sollten. Herr Kruse zeigte hier auch Möglichkeiten auf, wie bestehende Angebote weiteren Mehrwert schaffen können. So könnten die Nutzer beispielsweise nach Erteilung ihres Einverständnisses Informationen zu ihrem Nutzungsverhalten für Zwecke der Versorgungsforschung bereitstellen. Bei solchen Vorhaben gelte es aber stets, dem hohen Vertrauen der Versicherten und dem besonderen Schutzniveau von Sozialdaten gerecht zu werden, betonte Frau Walzik.

Bedeutsam sei neben den Themen Beratung und Information auch die Schaffung besserer Rahmenbedingungen in der Pflege. Marcus Weinberg stellte hier die Vereinbarkeit von Familie, beruflicher Tätigkeit und Pflege als wichtigen Bereich heraus. Die Eindrücke und Themen des Praxiserlebnisses nehme er daher gerne mit in den Bundestag und bringe sie in der Familienpolitik ein.

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Hier können Sie sich den Bericht unseres Praxiserlebnisses als PDF-Dokument herunterladen:

BERICHT DES PRAXISERLEBNISSES

 

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