Praxiserlebnis bei der DAK-Gesundheit

Am 15.06.2017 besuchte der bildungs- und forschungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Dr. Ernst Dieter Rossmann, die Zentrale der DAK-Gesundheit in Hamburg. Beim Praxiserlebnis informierte er sich über das Online-Coaching und die App der DAK für pflegende Angehörige und für die Unterstützung von demenziell Erkrankten im häuslichen Umfeld. Deutlich wurde, was gute Angebote im Bildungs- und Gesundheitsbereich verbindet und zunehmend wichtig wird: ein niederschwelliger Zugang zu Informationen, zugeschnitten auf die Bedürfnisse der Menschen.

Ein besonderes Angebot für pflegende Angehörige

Über 70 Prozent aller Pflegebedürftigen werden zu Hause versorgt, das sind etwa 2,1 Millionen Menschen in Deutschland. Als Deutschlands drittgrößte Krankenkasse ist die DAK-Gesundheit nah dran an den Herausforderungen und Bedürfnissen von pflegenden Angehörigen. Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit, weiß auch um die alltäglichen Fragen bei der Pflege von demenziell Erkrankten. Die Hemmschwelle, Unterstützung zu suchen, sei jedoch oft hoch. Milorad Pajovic, Leiter des Fachbereichs Pflegeversicherung und häusliche Krankenpflege, ergänzte: „Zeitmangel ist auch für ehrenamtliche Pflegepersonen die zentrale Herausforderung. Was es braucht, sind leicht zugängliche Informationen, denn konventionelle Weiterbildungsangebote lassen sich oft nur schwer in den ohnehin vollen Tagesplan integrieren.“ Die Lösung der DAK-Gesundheit: mobile und digitale Beratungs- und Unterstützungsangebote in Form einer App.

Dazu hat die DAK zum einen den DAK-Pflegeguide entwickelt. Hier sind Informationen interaktiv, vernetzt und multimedial aufbereitet. Dr. Rossmann unterstrich am Beispiel von Informationen in Leichter Sprache, wie wichtig es ist, barrierefreie Zugänge zu schaffen. Die kostenlose App, die Versicherten aller Kassen offensteht, enthält Tipps und Hinweise beginnend von der Ausstattung der Wohnung bis hin zu finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten bei Umbaumaßnahmen. Weitere Fragen, die beantwortet werden, sind: Wie pflege ich richtig, ohne meine eigene Gesundheit zu belasten? Wo kann ich mich mit anderen Betroffenen vernetzen? Inzwischen wurde das Angebot mit dem dfg Award als herausragende eHealth-Anwendung im Gesundheitswesen ausgezeichnet und soll zukünftig noch ausgebaut werden, berichtete Kerstin Amler, verantwortlich für die Entwicklung des Pflegeguides.

Unterstützung im Umgang mit demenziell Erkrankten

Zusätzlich zum Pflegeguide, bietet die DAK ein Online-Pflegecoaching an. Eines der Lernmodule ist spezifisch auf die Anforderungen der Unterstützung von demenziell Erkrankten im häuslichen Umfeld zugeschnitten. „Die Pflege von demenziell Erkrankten stellt durch deren veränderte Wahrnehmung der Umwelt zusätzliche Anforderungen an den pflegenden Angehörigen. Diesen möchten wir mit dem speziellen Demenzmodul gerecht werden“, erklärte die Projektverantwortliche Mara Bruckhoff. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Vermittlung von „Selbstsorge“-Hinweisen. „Wir verfolgen hier einen präventiven Ansatz. Unser Ziel ist, dass pflegende Angehörige rechtzeitig Hilfe bekommen und nicht erst dann, wenn die psychischen oder physischen Belastungen akut oder chronisch werden“, machte sie deutlich.

Chancen der Digitalisierung nutzen und Service ausbauen

Ziel der DAK-Gesundheit ist es, mit ihren Angeboten auf die sich wandelnden Ansprüche ihrer Versicherten einzugehen. „Menschen erwarten heute mehr von einer Krankenkasse als nur die Verwaltung der Krankheitsverläufe und Beitragsgelder. Sie suchen umfassende Beratungsangebote und verlässlichen Service“, erläuterte Herr Storm. Von der Politik wünscht er sich daher für Krankenkassen mehr Spielraum für Kooperationen und Modellprojekte sowie die Möglichkeit, Angebote zu öffnen und zu erweitern. Einig waren sich die Teilnehmer darüber, dass in der kommenden Legislaturperiode Projekte im Bereich der Versorgungsforschung gestärkt werden sollten. Regulatorische Rahmenbedingungen sollten so ausgestaltet werden, dass die Potentiale neuer Medien und Technik nutzbar gemacht werden. Gleichzeitig, so betonte Dr. Rossmann, müssten gerade im Bereich der Online-Angebote und Apps aber auch Fragen der Qualitätssicherung mitgedacht werden. Die Teilnehmer stimmten überein: „Die Digitalisierung muss den Menschen dienen“.

DOWNLOAD

Hier können Sie sich den Bericht unseres Praxiserlebnisses als PDF-Dokument herunterladen:

BERICHT DES PRAXISERLEBNISSES

 

Zurück zur Übersicht der Praxiserlebnisse